Die Heldensagen

In den Heldensagen wie z.B. dem Beowulf erfahren wir vom Leben der Menschen in der Völkerwanderungszeit. Geschichtlich gesicherte Ereignisse und Personen durchmischen sich mit wunderbaren und märchenhaften Elementen.

Dietrich von Bern

Im Hildebrandslied aus dem 9. Jh., dem ältesten erhaltenen germanischen Heldenlied, erfahren wir, wie der Recke Hildebrand gegen seinen eigenen Sohn auf Leben und Tod kämpft – mit ungewissem Ausgang, denn der Text bricht vor dem Ende ab.

Hildebrand ist der Waffenmeister Dietrichs von Bern. Dietrich, der König von Bern, wird durch seinem Onkel Ermanarich vertrieben. Er findet Unterschlupf bei dem Hunnenkönig Etzel (bzw. Attila), für den er gegen die Burgunder kämpft, wie das Nibelungenlied berichtet. Später kehrt er nach Bern zurück, sammelt ein Heer und besiegt in der Schlacht Ermanarichs Nachfolger.

Dietrich von Bern und Zwergenkönig Laurin

Die Sage über Dietrich von Bern ist mit wundersamen Episoden ausgeschmückt: U. a. begegnet er dem Zwergenkönig Laurin. Nachdem Dietrichs Männer den Rosengarten des Königs verwüstet haben, besiegt Dietrich den zauberkundigen Zwergenkönig im Zweikampf. Laurin führt die Mannen in das unterirdische Zwergenreich, wo er ihrer durch eine List habhaft zu werden versucht. Erneut bricht ein Kampf aus, der mit dem Sieg Dietrichs und schließlich mit der Versöhnung zwischen Menschen und Zwergen endet.

Wieland, der Schmied

Wieland, der Schmied, raubt einer mythischen Schwanjungfrau ihr magisches Federkleid, mit dem sie fliegen kann, und nimmt sie zur Frau. Doch nach sieben Jahren findet die Fau ihr Gewand wieder und fliegt davon.

Die weitere Sage über Wieland ist eine Rachegeschichte: Der Ruf von Wielands Schmiedekunst ist bis zum dänischen König Nidung gedrungen. Nidung lässt Wieland gefangen nehmen, damit er für ihn schmiedet. Um ihn an der Flucht zu hindern, werden Wieland die Sehnen an den Knien durchtrennt. Es gelingt ihm trotzdem, die Tochter des Königs, Bödwild, zu verführen und die beiden Söhne des Königs zu ermorden. Aus ihren Schädeln fertigt er Trinkgefäße, die er dem Vater schenkt. Nachdem er so furchtbare Rache geübt hat, entflieht der erfindungsreiche Schmied mit selbstgebauten Flügeln durch die Luft.

Wieland, der Schmied

Beowulf

Über Beowulf erfahren wir durch ein episches Heldengedicht in Stabreimen. Das Epos spielt in der Zeit vor 600 n. Chr. und entstand vermutlich nach dem Jahr 700. Es ist nur in einem einzigen Manuskript überliefert, das in der British Library aufbewahrt wird.

Beowulf (Bienenwolf) ist der Enkel des Königs der Geatas, ein Volk, bei dem es sich um die in Südschweden lebenden Gauten oder auch um die Goten handeln könnte. Er kommt den Dänen gegen das Moorungeheuer Grendel zu Hilfe. Vom Lärm der Menschen gestört, dringt Grendel immer wieder nachts in die Halle des Dänenkönigs ein und tötet die Mannen, die er dort schlafend findet. Im Kampfe reißt Beowulf Grendel einen Arm aus. Das Ungeheuer entkommt, stirbt aber an der Wunde.

Beowulf und Grendels Mutter

Aus Rache überfällt Grendels Mutter, ein riesenhaftes Moorweib, die Dänen. Beowulf folgt ihren Spuren, die zum Meer führen. Kaum taucht Beowulf in die Fluten, da wird er von dem Moorweib gepackt und auf den Grund des Meeres in ihre Wohnung aus kristallenen Wänden geschleppt. Nach einem entsetzlichen Kampf erschlägt er sie mit einem großen Schwert, das er in ihrer Behausung findet. In späteren Jahren wird Beowulf der König seines Volkes.

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